Klimaschutzplan 2020 – Was das für den Sanierungsmarkt bedeutet

Beim diesjährigen Klimagipfel in Paris wurde die deutsche Klimapolitik unter die Lupe genommen und es wurde festgestellt, dass besonders  das Energiemanagement von Gebäuden  vor große Herausforderungen gestellt wird.

Ein neuer Klimaschutzplan mit Energie- und Emissionsseinsparungen für entsprechende Sektoren soll diesen Sommer von der Bundesregierung vorgelegt werden. Die beschriebenen Vorschläge werden jedoch schon jetzt von Stimmen aus dem Baugewerbe stark kritisiert. Viele Verbände fürchten Konsequenzen für Deutschland und erbeten daher vorab eine Bewertung der möglichen Auswirkungen der neuen Klimaschutzmaßnahmen. Denn ungeachtet dieser, könnte der finanzielle Aufwand für Hauseigentümer und Mieter hoch ausfallen.

Neue Technologien wie Power-to-Heat und Informationsangebote über energetische Sanierungsmaßnahmen, sowie die Einführung einer Bildungskampagne für einen klimafreundlicheren Lebensraum sollen mehr gefördert werden. Werden Verbote durchgesetzt, so gefährdet das Wirtschaft und Gesellschaft, da dadurch die Energiewende weniger Akzeptanz finden könnte.

Holz- und Pelletkessel sollen laut dem neuen Klimaschutzplan bis 2030 nicht mehr eingebaut werden und Strom-Wärmepumpen zukünftig Häuser mit Energie versorgen.
Ein hoher Wärmebedarf erfordert eine höhere Heiztemperatur, was sich wiederum negativ auf Effizienz und Kosten auswirkt. Müsste von Ölheizung auf eine Strom-Wärmepumpe umgestellt werden, wären ca. 11 Mio. Haushalte davon betroffen.

Desweiteren ist fraglich ob der Ausbau von Wind- und Solaranlagen so schnell vorangeht, dass bis zum gewünschten Zeitpunkt Deutschland vollständig mit erneuerbaren Energien versorgt werden kann.

Corinna Kodim von Haus & Grund sieht den Zwang zur Nutzung neuer Energien ebenfalls kritisch: […] bei einem Heizungsaustausch die Eigentümer eher zu wiederholten Reparaturen ihrer alten ineffizienten Heizkessel motiviert hat als zu deren Modernisierung[…]. Würde jeder Eigentümer individuell betrachtet werden, so wäre es sinnvoller die entsprechend wirksamste Maßnahme umzusetzen.

Nur eine Gewährleistung der Umsetzbarkeit der geforderten politischen Maßnahmen ist die Voraussetzung für Akzeptanz der Energiewende in Deutschland.

 

Quelle: raffiniert – IWO Fachmagazin für den Wärmemarkt, Ausgabe 02/2016, S. 6-8

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.